S.E. der Herr Hochmeister des Deutschen Ordens, Frank Bayard, hat die Deutschmeister zu einem besonderen Besuch in das Hochmeisteramt in der Singerstraße in der Wiener Innenstadt eingeladen.
Das Programm umfasste einen Einblick in das Hochmeisteramt sowie eine exklusive Führung durch die Schatzkammer, die eine eindrucksvolle Sammlung von Schätzen und Reliquien der Geschichte des Deutschen Ordens beherbergt. Während dieser Führung konnten die Teilnehmer wertvolle Artefakte entdecken und mehr über die traditionsreiche Geschichte des Ordens erfahren.
Nach der Besichtigung vertiefte der Herr Hochmeister in einem persönlichen Vortrag die Bedeutung und Historie des Deutschen Ordens und ließ die Gäste an seinem fundierten Wissen teilhaben. Dieser spannende Einblick wurde durch eine gesellige Runde abgerundet. Mit kulinarischen Köstlichkeiten, bereitgestellt von Christian Pock (Otto-Wagner-Schützenhaus), wurde über den Vortrag, die beeindruckende Schatzkammer und die bevorstehende Reise ins Heilige Land lebhaft diskutiert.
Ein herzlicher Dank gilt dem Herrn Hochmeister für die großzügige Gastfreundschaft und sein persönliches Engagement. Der Besuch im Hochmeisteramt bleibt für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis.
Die Deutschmeister freuen sich schon auf eine zukünftige Einladung in die Singerstraße!
Die Fotografien, die diesen besonderen Tag dokumentieren, entstanden mit freundlicher Unterstützung der anwesenden Teilnehmer.
Gegründet wurde die Gemeinschaft vor den Toren Akkons im Jahre 1190 als Hospitalbruderschaft, aus der dann sehr schnell ein Ritterorden wurde. Es folgte eine rasche Ausbreitung rund um das Mittelmeer und bis nach Preußen und ins Baltikum, wo ein eigener Ordensstaat entsteht. Dort wird nach dem Fall des Heiligen Landes (1291), nachdem Venedig für 18 Jahre Sitz des Ordens war, auf der Marienburg (später Königsberg) der Hauptsitz des Ordens errichtet. Nachdem 1525 der Ordensstaat säkularisiert wurde, erfolgte eine Neuausrichtung und Erneuerung der Regel (1606) vom neuen Sitz des Hochmeisters in Mergentheim.
Der Orden war ab der Reformation bis ins 19 Jh. hinein trikonfessionell (katholisch, lutherisch, calvinistisch), jedoch stets mit einem katholischen
Hochmeister, der in der Regel einem der führenden Herrscherhäuser entstammte. Im 17. Jahrhundert begründete einer dieser Hochmeister auch das Regiment „Hoch- und Deutschmeister“. Die
erste Niederlassung in Österreich bildete 1203 die Übertragung des Magdalenenhospitals in Friesach, gefolgt vom heutigen Hauptsitz im Zentrum von Wien zwischen 1204 und 1206. Weitere
Niederlassungen folgten und werden teilweise bis heute ununterbrochen vom Orden betreut.
Tiefe Veränderungen brachte der Friede von Pressburg 1805, der den Orden dem Kaiser anheim stellte, die Aufhebung in den Rheinbundstaaten durch Napoleon
1809 und das Ende des Ersten Weltkriegs, der das Ritterinstitut obsolet machte. In den 1840er Jahren erfolgte die Wiedererrichtung des Schwesterinstituts durch Hochmeister
Maximilian-Josef von Habsburg-Este, dann die geistliche Erneuerung des Ordens maßgeblich durch den Ordenspriester Peter Paul Rigler und die Rückbesinnung auf das Ursprungscharisma
mittels Errichtung mobiler Feldspitäler. Der 1929 in ein geistliches Institut umgewandelte Orden überstand die tschechische Bodenreform und -enteignung, die Aufhebung durch die
Nationalsozialisten und die Unterdrückung durch den Kommunismus. Heute ist er in Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Tschechien und der Slowakei mit Brüdern, Schwestern und
Familiaren vertreten und widmet sich neben der Seelsorge vor allem auch der Sorge um Kranke, Behinderte und alte Menschen.
Quellnachweis: https://www.deutscher-orden.at/